1390 Tage sind genug!

1390 Tage sind genug!

Als ich vor fast 4 Jahren entschied, dass es doch eine gute Idee ist, jetzt einfach mal täglich zu laufen, hätte ich nie gedacht, dass ich einmal soviele Wiederholungen hinbekommen.

Der erste Monat war ein Meilenstein… ein halbes Jahr ein Wahnsinnsglücksgefühl und das erste Jahr der Kracher!

Das Laufen gehörte dann dazu wie das Zähneputzen… es wurde Routine! Selbst am Tag 1 nach einem Marathon wurde gelaufen. So richtig krank war ich in der Zeit nicht – frische Luft tut gut!

Zwischendurch gab es immer mal wieder Tage, wo ich eigentlich nicht viel Lust hatte, zu Laufen… aber manchmal muss man de. Schweinehund besiegen, in die Klamotten steigen und rauslaufen. Die Freude kommt beim Machen – das habe ich mir mehr als einmal bewiesen. Und wie oft habe ich mir den Kopf frei gelaufen, hat mich das Laufen auf andere Gedanken gebracht und mich gestärkt in den Tag gebracht.

Ich habe laufend Grenzen niedergerissen, von denen ich niemals gedacht habe, sie auch nur ankratzen zu können… 10km, 20km, Halbmarathon, Marathon… unglaublich!

Viele Wettkampfteilnahmen schlugen in dieser Zeit zu Buche und ich bin immer wieder geflashed wenn ich an diese Erlebnisse zurück denke. Tolle Menschen kennengelernt und an tollen Locations gelaufen.

Aber gestern -nach 1390 Tagen- bin ich an dem Punkt angelangt, an dem nichts mehr ging! Ich hatte schon berichtet, dass aktuell wieder eine Hoteleröffnung ansteht. Dieses Mal unter extremen Zeitdruck. Dazu kommen noch weitere Projekte und Aufgaben, sowie zuhause ein kranker Zwerg, der mir Sorgen bereitet und die Tatsache, dass ich mal wieder meine Familie alleine lassen muss.

Sonst hat in solchen Situationen das Laufen den Tag gerettet… hat das Laufen die doofen Gedanken vertrieben. Im Moment empfinde ich die Lauferei tatsächlich eher als zusätzliche Belastung, als Stressfaktor. Ich schaffe es nicht, morgens pünktlich aufzustehen und meine Standardrunde (5km) zu drehen!

So saß ich gestern Abend auf der Couch und Sabrina fragte nur, wie weit ich denn heute Abend noch laufen will. Meine Antwort: „Ich lasse die Serie sausen! Ich kann heute nicht mehr laufen.“ Nicht weil ich tatsächlich körperliche Probleme hatte, sondern weil der Kopf nicht mehr wollte und den Körper abgeschaltet hat- einfach platt!

Sabrina’s Reaktion: „Sieh zu dass Du laufen gehst. Du ärgerst Dich schwarz!“

Ich bin auf der Couch geblieben! Aber dann hat es mich doch nach draußen auf die Straße getrieben. 1,7km Streakerhaltung – einfach in Couchklamotte, nicht mal umgezogen! Fühlte sich irgendwie seltsam an, aber der Serie wieder einen Tag hinzugefügt.

Ich habe danach lange noch wach gelegen und nachgedacht. Es wäre gestern einfach gewesen, abzubrechen, aber ich hätte es bereut. Da bin ich mir sicher. Trotzdem ist die Situation so wie sie ist. Daran ändert sich auch nichts – ob ich nun laufe oder nicht!

Daher habe ich heute bewusst entschieden, bis auf weiteres mit der Mindestdistanz zufrieden zu sein. Es geht beim Streakrunning für mich nicht um Distanz, sondern darum, den Schweinehund zu überwinden. Und derzeit hat das Leben halt einen besonders dicken Schweinehund für mich.

Also 1391 and still counting…

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