Der Morgenläufer

Der Morgenläufer

Nomen est omen…

Soll heißen, dass ich tatsächlich am liebsten morgens laufe….

Aber erst einmal zur Person:
Ich habe 2011 gedacht, ich müßte mal was für mich tun… so Sport treiben oder irgendetwas in der Art. Aber so recht begeistern konnte ich mich nicht am Fitness-Studio, dann lieber Mannschaftssport? Auch nicht wirklich.

Dann fing meine Frau an, mich davon überzeugen zu wollen, dass wir einen Hund brauchen („ist doch toll für die Kinder…“). Da habe ich mir gedacht, mit einem Hund muss man immer raus… und dann die Bedingung formuliert: Hund ja, aber nur wenn es eine Rasse ist, mit der ich dann auch laufen gehen kann. Und somit ist Bayo zu uns gestossen. Nach den ersten Spaziergängen und ein bißchen Erziehung, haben wir uns dann gemeinsam daran gemacht, regelmäßig laufen zu gehen (am Anfang tatsächlich mehr gehen als alles andere). Ganz langsam daran gewöhnen. Und siehe da, wir haben einen Laufhund. Sie kann gar nicht genug bekommen und ist nicht kaputt zu kriegen!

Wir sind also im November 2011 gestartet mit der Lauferei und haben uns langsam hoch gearbeitet, erst auf 3km, dann 5km und schließlich im Sommer 2012 dann auf 10km. In dieser Zeit bin ich regelmäßig mit Kollegen gelaufen. Wir haben uns zu einem Lauftreff zusammengeschlossen und mindestens einmal die Woche zum Laufen getroffen.

Im Oktober bin ich dann meinen ersten Wettkampf gemeinsam mit den Lauftreff-Kollegen gelaufen, die 10km beim SWB-Marathon in Bremen. Zum Einen die Strecke geschafft und zum Anderen bin ich unter 01:00:00 Stunde geblieben. Ich glaube, den ersten richtigen Lauf vergisst man nie! Ich war so happy, denn mein Ziel war es eigentlich, erst 2013 diesen Lauf zu absolvieren. Und nun das Ganze ein Jahr früher. Die absolute Motivation weiter zu machen!

Bald folgten die ersten längeren Läufe und im Winter 2012 dann das erste Mal ein Lauf über 20km. Natürlich gemeinsam mit meiner treuen laufverrückten Begleiterin Bayo. Die Winterlaufserie 2013 (10km, 15km, 20km) hatte mich bestärkt, in diesem Jahr auch die Halbmarathon-Distanz im Wettbewerb anzugehen. Den ersten Halbmarathon bin ich im Mai 2013 gelaufen (Hannover). Zwei weitere sind 2013 noch gefolgt (Lesmona-Lauf (Bestzeit 2013: 01:58:35) und Kiel-Lauf) und dann war ich tatsächlich verrückt genug, bei meinem Saison-Highlight SWB-Marathon in Bremen im Oktober 2013 die volle Distanz anzugehen. Den Marathon konnte ich erfolgreich abschließen (04:51:50)! Tschakka! Aber Vorbereitung und der Lauf selbst hatten mich eigentlich dazu bewegt, zukünftig auf der Halbdistanz zu bleiben. Der ganze Marathon war mir von der Vorbereitung her eigentlich zu aufwendig und da ist mir Familienzeit wertvoller. Daher hatte ich vor, mich 2014 auf Halbmarathons zu konzentrieren… Aktuell liegt meine Bestzeit über die Halbmarathon-Distanz bei 01:48:09 (Cuxhaven). Trotzdem war ich aber wieder angefixt, doch noch einmal auf die ganze Distanz zu gehen! Habe mich dann spontan bei der Startplatzverlosung für den Berlin-Marathon 2015 angemeldet und zack… auch einen Startplatz ergattert. Gestartet, gefinished und nach Marathon 2 folgte dann Marathon 3. In diesem Jahr hoffe ich Marathon 4 und 5 finishen zu dürfen – einen davon wieder in Berlin!

Natürlich darf nicht unerwähnt bleiben, dass ich mich 2013 vom Streak-Running-Virus hab anstecken lassen. Mittlerweile laufe ich seit mehr als 1.300 Tagen jeden Tag! Das Schöne ist, man läßt keine Ausrede (Wetter, akute Unlust,…) mehr gelten, denn dann fängt man ja wieder bei 0 Tagen an 😉 Dazu bin ich allerdings gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. Bei den Racebookern auf Facebook fand einmal der legendäre vorweihnachtliche Spekulatius-Lauf statt. Im Rahmen der Diskussion, was für kulinarische Laufthemen man noch angehen könnte (Grünkohl-Run,…) kam jemand um die Ecke und berichtete davon, er habe was ganz verrücktes gefunden: STEAK-Running. Erst beim zweiten Lesen hatte er dann richtig gelesen: StReak-Running, also täglich laufen. Davon ließen sich dann eine Handvoll Racebooker inspirieren und es gab tatsächlich schon den einen oder anderen Streakrunner in der Gruppe, so dass ich mich von der Idee seinerzeit hab mitreissen lassen….

Axo: Warum ich morgens laufe?? Durch das Laufen bekomme ich den Kopf frei und -so paradox das auch klingen mag- sammele Energie für den Rest des Tages. Zeit nur für mich, meinen Gedanken nachzugehen, mich einfach nur auf die nächsten Kilometer zu konzentrieren.

Das Verrückte ist, dass mein erstes Reiss-Profil der 16 Lebensmotive im Bereich körperliche Aktivität äußert gering ausgeprägt ist (auf der Skala on -2 bis +2 eine satte -2). Dafür ist aber Rache/ Kampf relativ hoch ausgeprägt.  Ich bin aber ja nicht wirklich jemand, der mit anderen sportlich in einen Wettbewerb tritt, deshalb ist Laufen für mich der ideale Sport, denn da kämpfe ich ausschließlich gegen mich (der einzig würdige Gegner ;-)). Nach meinem ersten Marathon habe ich den Test noch einmal gemacht: Ergebnis +1,15! Also ganz ehrlich: Die Wahrheit liegt sicherlich irgendwo dazwischen, denn der zweite Test stand sicherlich noch unter dem Einfluss des erfolgreichen ersten Marathons…

Den Tag beginnt man am besten mit einer guten Dosis Sauerstoff und danach eine schöne Tasse Kaffee! So bin ich tatsächlich ausgeglichener und belastbarer und das kommt meinem Umfeld und vor allem meiner Familie zugute…

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