Laufbegleitung – Laufen mit Hund

Laufbegleitung – Laufen mit Hund

BAYO – Die Laufbegleiterin -DER HUND MUSS JA EH RAUS

Schon von Beginn meiner ‚Laufkarriere‘ an, werde ich von Bayo, unserer Hündin, begleitet. Bayo ist eine mittlerweile fast 5-jährige Mischlingshündin (Retriever-Mix), die wir Ostern 2011 von einer Tierhilfe-Einrichtung als ängstliches Hündchen übernommen haben. Ich hatte mich breitschlagen lassen, dass ein Familienhund ganz toll für die Kinder ist. Meine Voraussetzung war allerdings, dass es eine ‚Rasse‘ ist, die a) ein richtiger Hund ist (kein Handtaschen-Fifi) und b) mit der ich Sport treiben kann. Nach Hundeschule und einiger Erziehungsarbeit sind wir mit mehr oder weniger ausgiebigen, also dem Hundealter angepassten, Spaziergängen gestartet, die wir immer weiter ausdehnten und irgendwann in das Schema langsames Gehen, schnelles Gehen, Laufen übergingen. So sind wir beide schonend an die Lauferei gekommen. Denn nicht nur als Mensch, kann man zu schnell, zu viel wollen. Auch ein Hund muss langsam an die Sportart herangeführt werden. Nun wird der Martin Rütter Fan unter uns sagen: Das ist ein Hund und der stammt nunmal vom Wolf ab. Und wer kennt ihn nicht, den klassischen ‚Vom Mops zum Windhund“-in-12-Wochen-Trainingsplan von Sergei Prokofjew. Nichtsdestotrotz, darf man auch mit einer Sporthundrasse nicht gleich von 0 auf 100 gehen.

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Laufen mit Hund

Nun werde ich mit Sicherheit nicht so tun, als wäre ich ein Spezialist für Hunde- oder gar Lauftraining. Nein, ich kann nur aus Erfahrung berichten. Durch das langsame Herantasten an längere Distanzen haben wir beide die Lust am Laufen nicht verloren! Mittlerweile ist Bayo mit mir zwei komplette Marathonvorbereitungen durchgelaufen und hat sogar die langen Läufe mit bis zu 32km am Stück mit durchgezogen, wobei ich sie tatsächlich auf die geplanten langen Läufe nur selten mitnehme. Wenn wir allerdings das Training mal außerplanmäßig um ein paar Kilometer verlängern, ist sie bis zum Schluss super dabei.

Wichtig ist allerdings folgendens: Bayo würde einfach weiterlaufen, bis sie stumpf umfällt. Das ist die besondere Verantwortung des Läufers mit Hund: Seinen Hund gut zu kennen, um rechtzeitig abbrechen zu können und dafür Sorge zu tragen, dass der Hund unterwegs gut versorgt ist. Das heißt, dass ich Sie geeignet mit Wasser versorge und besonders darauf achte, auf welchem Untergrund sie läuft. Ich versuche die Hundepfoten damit vor spitzen Steinchen und ähnlichem zu schützen. Auch ist es zwingend erforderlich, seinen Hund permanent im Auge zu haben, um beispielsweise unrundes Laufen sofort zu sehen. Dann ist der Lauf halt zuende.

Zwischenzeitlich haben wir ja mit Kalle noch einen zweiten Hund im Hause. Kalle geht zwar nicht mit mir laufen, dafür aber mit Sabrina in die Hundeschule. Und darüber sind wir auch zum Agility gekommen. Somit drückt Kalle also die Schulbank, während Bayo und ich zum Agility gehen (natürlich wegen der Kinder zeitlich versetzt). Agility ist ein toller Ausgleichsport für Bayo, da sie dort den Kopf anstrengen muss, während es zusätzlich noch eine super Maßnahme ist, Vertrauen aufzubauen und zu verstärken.

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Streak Running

Bayo ist im Übrigen auch eine Streak Runnerin, wobei für sie die Sonderregeln für Hunde gelten.

Hund muss an jedem Tag, an dem ein Lauf durch gleichzeitige Anwesenheit von Läufer und Hund am selben Ort grundsätzlich möglich ist, mindestens 1,6 Km am Stück in der Zeit zwischen 00:00 – 23:59 Uhr ohne technische Hilfsmittel laufen. Gassi-Gehen, walken,  etc. werden nicht gewertet. Ein “Auf-Vorrat-Laufen” ist ebenso wenig gestattet, wie das Nachholen eines verpassten Laufes am nächsten Tag. Fällt ein Lauftag aufgrund der physikalischen Abwesenheit des menschlichen Streak Running Partners aus, so wird der Streak Tag trotzdem gewertet, sofern die Serie des dazugehörigen Menschen an diesem Tag nicht unterbrochen wird.
Frei nach Regeln für ‚Täglich Läufer‘ auf www.streakrunner.de

Theoretisch wäre Bayo dadurch auch bei über 1.000 Streaktagen, allerdings habe ich sie im Sommer und anläßlich des einen oder anderen langen Laufs oder auch Wettkampfes zu ihrem eigenen Wohle zuhause gelassen, was auch jedes Mal mit einem verzweifelten Blick „Meine Serie reißt, Herrchen…“ quittiert wurde. De Facto wäre Sie im Moment wohl bei der 6. oder 7. Serie mit jeweils mehreren 100 Streak-Kilometern.

Aktuell hat Bayo aber eine kleine „Laufpause“: Wir haben festgestellt, dass sie einfach nicht mehr so aktiv war, wie früher. Wir haben das einmal auf die Laufumfänge der aktuellen Marathonvorbereitung zurückgeführt und ihr eine Laufdiät verordnet. Sie darf momentan maximal dreimal pro Woche mit mir Laufen. Wir haben den Eindruck, als wäre sie seitdem wieder deutlich aktiver im Alltag geworden.

Gründe, mit dem Hund zu laufen

Für mich gibt es eine ganze Reihe von Gründen, mit Hund -insbesondere mit Bayo- laufen zu gehen:

Bayo und auch Kalle müssen eh morgens raus zur Gassi-Runde und das ist auch unabhängig vom Wetter. Und bei der Gelegenheit kann man auch die Laufrunde dranhängen… im Zweifel ist man eh naß!

Ich habe eine zuverlässige Laufpartnerin, die mich einfach nie versetzen würde!

Naja, genau genommen möchte man ja auch mit dem Hund laufen… und wenn sie ganz entspannt neben einem her trabt, während man selbst an der Kotzgrenze kratzt, ist das schon ein Stück Ansporn. Trotzdem läßt sie nicht die ‚Überlegene‘ raushängen…

Insbesondere im Freilauf, also ohne Leine, muss man als Läufer hellwach sein. Schließlich muss man jederzeit mit anderen Hunden, Spaziergängern, Radfahrern, u.ä. rechnen und da gilt es, den Hund unter Kontrolle zu haben.

Ein weiterer guter Grund ist, eine Laufpartnerin zu haben, die nebenbei nicht auch noch in Form von Konversation bespaßt werden möchte. Ich bin eher der schweigsame Läufer.

Vera vom Runtastic Blog fand tatsächlich 18 Gründe, warum man mit Hund laufen sollte. Nicht alle davon würde ich unterschreiben, aber nett zu lesen…

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