Das beste Mittel gegen ein Marathonloch!

Das beste Mittel gegen ein Marathonloch!

Nach meiner erfolgreichen Teilnahme am Berlin-Marathon und dem schönen Halbmarathon gemeinsam mit Sabrina, hatte ich erhebliche Schwierigkeiten, mich zu motivieren, morgens meine Runde zu laufen. Wäre ich nicht dem Streakrunning verfallen, hätte ich wahrscheinlich ein ganzes Weilchen die Laufschuhe gar nicht geschnürt.

Das wäre eigentlich auch schon der erste Tipp, das Marathonloch zu überwinden: einfach weitertrainieren/ -laufen. Aber die wenigsten sind ja Streakrunner und haben etwas „zu verlieren“, wenn sie mal eine Tag nicht laufen.

Eine weitere Möglichkeit ist es natürlich auch, dass Loch auszusitzen. Irgendwann wird der Läufer doch wieder die Schuhe schnüren. Für mich einfach keine Alternative…

Daher hier nun der ultimative Tipp, wie man sich selbst aus dem Marathonloch zu ziehen:

Lauf‘ einen Marathon!

Nachdem wir am vergangenem Samstag am späten Nachmittag aus dem Urlaub zurückkehrten, stand dann direkt in der Nacht der 12. Zeitsprung-Marathon in Bremen-Vegesack an.

Die Züge bleiben stehen, wir laufen weiter!

So titelt die Ausschreibung des Laufes und genau das passiert idealerweise auch. Der Lauf startet um 01:00 Uhr in der Nacht der Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit. Im Normalfall läuft man dann auf der Marathondistanz dann mindestens bis 03:00 Uhr und da die Zeit dann um eine Stunde zurück gestellt wird, kommt dann jedenfalls lt. normaler Uhr eine schöne Zeit für den eigentlichen Lauf heraus. Angeboten werden die Halbmarathon-Distanz und die vollen 42,195km.

Eigentlich ist es verrückt, dem Körper die Höchstleistung Marathon um eine Uhrzeit abzuverlangen, zu der er normalerweise tief und fest schläft. Aber gerne die Geschichte von Anfang an:

Mitten im Marathonloch ging in meinem Hinterkopf ein kleines Männchen an’s Werk: „Beim Zeitsprung bist Du doch für den Halbmarathon gemeldet… Was spricht denn dagegen, den ganzen zu laufen?“ Also habe ich heimlich still und leise den Veranstalter angeschrieben, ob eine Ummeldung noch möglich ist und wenn ja, ob dies auch noch am Veranstaltungstag vor Ort möglich ist, da ich direkt aus dem Urlaub komme und erstmal in mich hineinhören wollte.. Die Antwort kurz und knapp: Klar, alles möglich kannst Du vor Ort entscheiden!

Im Urlaub dann in mich gegangen und den relativ vernünftig gelaufen. Die Rückfahrt vom Urlaubsort hat ziemlich geschlaucht, so dass ich am Samstag nach dem Auspacken noch ein kleines Nickerchen einschob. Dann hiess es fertig werden, Klamotten packen, in’s Auto und ab nach Bremen Nord. Dort dann direkt mit dem Veranstalter gesprochen, ob ich hochmelden darf. Und die schöne Aussage: Lauf einfach und wenn Du den ganzen durchziehst, werten wir den, brichst Du ab, dann halt den Halben.

Großartige Flexibilität, die natürlich nur bei kleinen Veranstaltungen möglich ist. Hier waren so ca. 50 Teilnehmer am Start. Aber eine Organisation vom Feinsten! Da merkte man, dass da Marathonsammler vom 100MC am Werke waren. Die Verpflegungsstation… aber dazu später mehr!

Ich hatte nur Racebooker Andreas in meinen Plan eingeweiht evtl. den Marathon zu laufen. Andreas war sich selbst auch nicht sicher, um diese ungewohnte Zeit über die volle Distanz gehen zu können und somit verständigten wir uns, gemeinsam zu laufen. Er als erfahrener Marathoni und ich mit der nötigen Anfänger-Blauäugigkeit. Somit zogen wir dann so unsere Runden entlang der Strandpromenade Vegesack. Die Strecke war ein 1km Wendepunkt-Strecke auf der 21! Runden zzgl. eines kurzen Auftaktstücks zu absolvieren waren. Und das bei Dunkelheit, obwohl die Strassenlaternen das Geschehen insgesamt gut ausleuchteten. Der Lauf selbst war durchaus kurzweilig. Nicht etwa aufgrund der atemberaubenden Landschaft, sondern weil Andreas und ich praktisch die ganze Zeit gequatscht haben. Ein Mitläufer sagte unterwegs nur: „Da sind die beiden Kaffeetanten wieder… ihr zieht hier schön gleichmäßig eure Runden… klasse“. Und genauso war es auch. Wir liefen in einem ruhigen gleichmäßigen Tempo und machten bei fast jeder Runde einen kleinen Boxenstopp am Läuferbuffet! So muss man das nennen, denn von Haribo, Salzstangen, Äpfel, Bananen über einen KÄSEIGEL und selbstgeschmierten Schnittchen bis hin zu Kürbiscremesuppe gab es alles, was man sich so wünschen mag. Ich habe immer eine Kleinigkeit genommen und vorallem etwas getrunken: Wasser, Tee, Cola,…

Nach der 10. Runde kam der Hinweis vom Veranstalter, dass nun die letzte Runde für mich anstünde, im Vorbeiflug dann angesagt, dass ich auf die volle Distanz gehe!

So ging es Runde um Runde…  nach ca. 3:15:00 h war Racebooker Toni ‚fertig‘ und stand im Start-/ Zielbereich im Wege rum und wunderte sich, dass ich immer noch unterwegs bin. Es gab nur eines, was mir nicht gefallen hat: Ein kleiner Teil der Strecke führt über relativ unebenes Kopfsteinpflaster. Im Laufe der Zeit stellten sich bei mir meine ‚üblichen Langer-Lauf-Wehwehchen‘ ein: erst ein Ziehen in der Leiste/ vorderem Orberschenkel, das dann von einem Schmerz im Knie gefolgt, der seinerseits dann wieder vom rückwertigen Oberschenkelbereich abgelöst wird… Nichts dramatisches an sich. Aber das Kopfsteinpflaster hat dafür gesorgt, dass das Knie etwas malader war als ’normal‘. Aber das ist nunmahl Marathon und wenn es einfach wäre, hieße es Fußball, oder wie war das.

Schlimmer fand ich dann, dass Andreas unterwegs auf einmal ein Herzstechen hatte. Gehpause eingelegt und beobachtet. Allerdings ist Andreas erfahren und vor allem vernünftig genug, um etwaige Gefahren abwägen zu können. Also langsam wieder angelaufen und dann war es auch wieder gut bei ihm! Trotzdem war ich etwas besorgt.

Die Zahl der Läufer auf der Strecke wurde mit der Zeit immer geringer und am Schluß waren wir gefühlt alleine auf der Strecke und nach 04:57:18 kam ich letztlich 1 Sekunde nach Andreas in’s Ziel. Alter halt vor Schönheit 😉

Nach dem Lauf gab es dann noch ein kleines Racebooker-Pläuschchen, bevor ich mich dann auf dem Weg nach Hause machte und bis mittags schlafen durfte.

Als Resumée bleibt zu sagen. Eine geniale Veranstaltung, es hat wirklich Spass gemacht, den Lauf durchzuziehen! Nächstes Jahr gerne wieder!

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